Dienstag, 30. März 2010 - 21:23
Juhu, es wird wärmer! Der Frühling kommt! Mit ihm kam auch eine dicke Erkältung, die nicht nur mich ergriff und wahrhaft niederstreckte, sondern auch meinen Mann, der jetzt seit einer Woche trocken vor sich hinhustet. Ich glaube ja, dass das bei ihm irgendeine Art Allergie ist, weils vor allem Abends auftritt. Ich hingegen huste den ganzen Tag und gerne auch mal die ganze Nacht und vor allem überhaupt nicht trocken(…ok, ok: keine Details). Es ist jetzt sogar schon soweit, dass auch die dicke ältere Dame im Pelzmantel gelegentlich ein Keuchen von sich gibt. Das gefällt mir alles gar nicht.
Bis ich wieder ganz gesund bin spiele ich zum Zeitvertreib und um die Laune in Balance zu halten exzessiv Sims 2, und das kann immer dauern. Im Moment baue ich das Ruhrgebiet nach. Wenn einer von Euch morgen früh eine Abrissbirne über dem Haus kreisen hat: wisster Bescheid, ne. *irrelach*
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Freitag, 19. März 2010 - 17:16
Ok ok, falsche Jahreszeit. Im Moment guckt ja grad mal der Frühling schüchtern um die Ecke, und der ganze Ablauf säen, pflegen, ernten und dann erst danken beginnt wie jedes Jahr von vorne.. Nichtsdestotrotz hebele ich grade ein wenig das Raum-Zeit-Kontinuum aus, indem ich mich als gute interkulturelle Hausfrau versuche. Und zwar bereite ich Seongpyeon zu, einen speziellen koreanischer Reiskuchen, der traditionell zu Chuseok, dem koreanischen Erntedankfest gegessen wird. Das rechts im Bild, was aussieht wie ein riesiges altes Kaugummi ist der mit Roter-Beete-Saft eingefärbte und aus Reismehl hergestellte Teig. Links, in der Dose, befindet sich eine gesüsste Rote-Bohnen-Paste, die ich als Füllung der Reiskuchen benutze (Nein, keine Kidney- sondern wirklich ROTE Bohnen.).
Es gilt dann, aus dem Reismehl-Teig “Behältnisse” für die Füllung zu formen, die Füllung zuplatzieren, und dann den Teig zu verschliessen, ähnlich wie bei Ravioli z.B. Das funktioniert leider nur semigut, nicht zuletzt weil der Teig nicht besonder kooperativ ist. (Sprich: die Viskosität ist nicht konstant, sprich: Nicht-newtonsches Fluid, ach eigentlich: entweder es klebt oder es bröckelt, geschmeidig ist anders.) Wenn man dann erstmal soweit gekommen ist, dass man über das Füllung-in-Teig-prockeln nicht die Nerven verloren hat, werden die Reisküchlein eine halbe Stunde lang gedämpft. 
Eigentlich auf einem mit Kiefernnadeln ausgelegten Dampfaufsatz, aber leider hängen selbst die untersten Äste seit des hausmeisterlichen Radikalrückschnittes auf einer für mich unerreichbaren Höhe. Es geht auch so.
Nach Ende der Gar Dampfzeit werden die fertigen Reisküchlein dann in Sesamöl gewälzt, ansonsten würden sie so ziemlich an allem kleben bleiben, auch am Teller. Und dann: essen und geniessen.
Meine Seongpyon sehen übrigens im Vergleich mit Photos aus der google-Bildersuche nur halb so gut aus, aber das geht schon irgendwie in Ordnung: Ich bin ja auch nur Halbkoreanerin.
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Montag, 15. März 2010 - 19:53
In München steht ein Hofbräuhaus, und in Stuttgart seit letztem Sommer das Performance-Hotel, welches (wie sollte es auch anders sein) von dem Performance-Künstler Byung Chul Kim geleitet wird. Das hört sich jetzt erstmal sehr harmlos an. Interessant sind allerdings die Übernachtungskonditionen. Man schläft dort sehr spartanisch in Ferienlager-Atmosphäre, dafür aber zu einem absoluten Taschengeldpreis (in der “höchsten” Kategorie 15€ inkl. Frühstück). Wenn man sich traut selber vor Publikum eine Performance zu geben ist die Übernachtung sogar ganz kostenlos. Der Phantasie sind dabei offenbar keine Grenzen gesetzt. Also, Leute: werdet kreativ, und dann auf nach Stuttgart! (Am besten fix: im Sommer 2010 ist leider Schluß.)
Weiterführender Link: Spiegel-Artikel über das Performance-Hotel
Bild via http://performancehotel.wordpress.com/
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Donnerstag, 11. März 2010 - 14:42
“Im Sommer scheint’ d’Sonne, im Winter da schneit’s
In der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz
Die Mädchen, die sind von besonderem Reiz
In der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz.”
Ok, über die Mädels in der Schweiz kann ich nix sagen, weil ich damit keine hinreichenden Erfahrungen habe. Da müsste der Hotelblogger, mein Auslandskorrespondent für Schweizfragen wohl herhalten. Es ist aber nicht nur die holde Weiblichkeit in der Schweiz, die einen schier verrückt macht, sondern vor allem: der Käse.
Bis vor einem Jahrzehnt mochte ich grade mal jungen Gouda. Alles andere schmeckte mir zu intensiv und irgendwie nach alten Socken. Das hat sich sehr geändert. Ich liebe alle Käse, die hm sagen wir mal, Aroma haben. Da ich ja eine Laktoseintoleranz habe und deswegen nur Käse essen kann der länger als 3 Monate gereift ist (der Milchzuckergehalt verhält sich reziprok proportional zur Reifedauer) freue ich mich natürlich, dass die in Frage kommenden Sorten und meine Vorlieben nicht miteinander kollidieren. Es freut sich nicht jeder darüber. Meine Schwiegermutter warf schonmal rigoros einen ihrer Kühlschrankplastikbehälter weg, weil ich darin ein Stück Harzer lagerte, was in ihren Augen eine durch Spülen nicht zu beseitigende Verseuchung bedeutete. Böse Zungen behaupten auch, dass mein letzter Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde, weil ich im Großraumbüro zur Mittagspause gelegentlich eine gut durchgezogene Harzer-Käse-Stulle auspackte…
Alles Banausen. Wer Emmentaler und Gouda für den Gipfel der Käsekunst hält, sollte folgende Sorten NICHT probieren:
Tête_de_Moine
Heidi-Bergkäse
Appenzeller
Le_Gruyère
Über weitere kulinarisch-grenzwertige Käsetipps freue ich mich sehr.
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Mittwoch, 10. März 2010 - 11:57

…und vor allem auf’m Bauch.
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Dienstag, 9. März 2010 - 22:26
Sowas frag ich mich ja erst gar nicht, wenn ich morgens unter die Dusche steige. Dass Duschen nass macht ist ja bekanntlich Sinn und Zweck des Ganzen. Nebenher macht es auch sauber, wenn man man die Kunst des Duschens richtig beherrscht. Aber das ist ein anderes Thema.
Wenns also nur Wasser wäre was meinen Körper trifft wäre ich ja schon zufrieden. Nur ist es in den letzten Wochen eher so, dass mir die komplette Handbrause in schöner Regelmäßigkeit eins überbrät auf den Kopf fällt. Das steigert meine eh schon bescheidene Laune morgens echt ungemein. Nicht. Ausserdem tut es weh und ist eine absolute Minderung der Lebensqualität. Zuletzt hatte ich wegen der Häufigkeit dieser Attacken schon Bedenken, dass ich bald aufhöre mit dieser Form der Körperhygiene. Wenn “sauber werden” gleichbedeutend mit “Schmerzen haben” ist, bleib ich doch lieber dreckig. Der Grund für diese häufigen Attacken liegt übrigens an einem ausgeleierten Brausenkopffesthaltegelenk zum stufenlosen Verstellen, was nur noch die Einstellung “grotesker Winkel” und “freier Fall” kennt. Müßig zu erwähnen, dass ich mit “grotesker Winkel” zwar prima den Duschvorhang wässere, aber nicht mich selbst. (Übrigens passiert das mit der Brausenattacke immer nur mir. Mein Mann blieb bisher “anfallsfrei”. Scheint wohl ne Karmasache zu sein.)
Heute war ich spontan mit einer Freundin in einem Baumarkt und hab endlich mal ne neue Duschbrausen-Stange inkl. Schlauch und Brause gekauft. Ehrensache, dass ich vorher überhaupt nichts ausgemessen habe und einfach eine nahm, die schick aussah und pi-mal-daumen in etwas so lang war wie die alte (jedenfalls in meiner Erinnerung). Zuhause angekommen stellte ich fest, dass das Befestigungsmaterial der alten Duschstange durch Rost eine homogene Verbindung mit dem Fugenmörtel eingegangen ist und mein Augenmaß nur auf 5 cm genau funktioniert. Ich bekenne: Ich bin bohrfaul. Mein Lieblings”werkzeug” sind daher eigentlich Tesa Power Strips, aber ich wollte ja vermeiden, dass mir diese Brause demnächst nochmal auf den Kopf fällt, also musste eine andere Lösung her. Kurzerhand haben Josch und ich einfach ein gutes Stück von dem Rohr abgesägt. Passte prima. Jetzt hängts, und ich kann gar nicht erwarten, morgen früh duschen zu gehen!
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Montag, 8. März 2010 - 20:24
Nach der Verwandtengeburtstagsfeier waren Josch und ich noch mit seiner Schwester und ihrem Freund in die Stadt ein paar Cola resp. Bier trinken. Genauergesagt wollten wir in ein bestimmtes örtliches Brauhaus, welches (wie der Name schon sagt) heimisch gebrautes Bier ausschenkt, was ziemlich süffig ist und den meisten Leuten sehr gut schmeckt. Auch aufgrund des Flairs dort (liebevoll dokumentierte Brauerei- und Stadtgeschichte) ist das Lokal eines der “Sehenswürdigkeiten” die man Auswärtigen gerne zeigt.
Es war nicht besonders voll dort, als wir ankamen. Nach der Sitzplatzwahl wurden wir kurzerhand durch einen Kellner umquartiert, der darauf hinwies, dass in diesem Areal gleich Tische und Stühle entfernt werden weil das ja dann die Tanzfläche sei. Prima, ich hatte offenbar vergessen, dass samstags dort öfters mal zum Tanz geladen wird. Das Publikum ist altersmäßig dann ungefähr zwischen “normaler” Disco und Seniorentanztee anzusiedeln, mit dem entsprechenden Musikgeschmack. Das konnte ja was werden…
Man saß, trank und quatschte. Nach und nach füllte sich die Kneipe. Es erschienen in lockerer Reihenfolge angetrunkene Borussia-Mönchengladbach-Fans, eine Horde Mittfünfziger mit wurstlastigem Präsentkorb, ausgehfreudige untergehakte Ehepaare, ein paar jüngere Leute (die dem Habitus und der Kleidung nach zu urteilen schon mit Erreichen der Pubertät in den geistigen Vorruhestand getreten sind), eine Hand voll 50-jähriger Frauen, die sich mit viel Spachtelmasse und buntgemusterten weitausgeschnittenen Oberteilen sorgsam auf ungefähr 40 getrimmt hatten… und 25-30 Mitglieder eines bekannten Motorradclubs. Die waren alle sehr nett und friedlich und man sah ihnen an, dass sie nur zum Bierchen trinken da waren. Trotzdem guckten alle erstmal etwas dusslig, und der Kellner murmelte bei unserer Nachbestellung irgendwas von “stressigem Abend” usw.
Ja, der Stress setzte dann wahrhaftig ein. Und zwar in Gestalt des DJs und seiner Musikauswahl. Die Auf-40-Getrimmten hatten in der Zwischenzeit ihre Betriebstemperatur mit diversen Sektchen erreicht, die Tanzfläche war freigeräumt worden und es war nach 22 Uhr: Die Musik setzte ein. Nach “Sie liebt den DJ” und “Ein Stern, der Deinen Namen trägt” verliessen wir beinahe fluchtartig das Lokal, um irgendwo anders kulturelles Asyl zu bekommen. Leider weiss ich dadurch nicht, ob der Abend da so stressfrei endete wie er begann. Aber mal ehrlich: bei DER Beschallung kann man den Motorradclub-Mitgliedern ein eventuelles Ausleben schlechter Laune eigentlich nicht übel nehmen.
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Samstag, 6. März 2010 - 13:59
Sehr verehrte Leserschaft: Sie sehen hier eine James-Bond-Torte. MIT Katzen. Also obendrauf, nicht in der Füllung. Diese besteht aus Pfirsichen. Ich hoffe, man kanns irgendwie essen. Muss ja, in einer Stunde kommen die Gäste. Was anderes krieg ich jetzt so auf die Schnelle auch nicht mehr hingezaubert. Wobei ich nichtmal wirklich daran gegaubt hab, überhaupt dieses simple Rezept vernünftig umsetzen zu können. Meine ansatzweise vorhandenen Heimwerkerkenntnisse waren dabei aber Gold wert: wer schonmal mit Moltofill irgendwelche Bohrlöcher zugeschmiert hat kann auch Cremetorten in Gestalt bringen.
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Freitag, 5. März 2010 - 18:39
Es ist ein Trugschluss, dass eine Heirat immer nur zwei Personen betrifft, in unserem Fall natürlich Braut und Bräutigam, in anderen Braut und Braut, Bräutigam und Bräutigam oder Hund, Katze, Maus. Mit der Heirat meines Mannes habe ich faktisch auch seine ganze Sippe geheiratet. Die ist zweifelsohne nett und lieb und ich mag alle wirklich sehr gerne und kann mit ihnen eine gute Zeit verbringen. Aber es sind viele! Für jemanden, der eigentlich nur Eltern hat, weil der Rest der Verwandtschaft entweder verstorben oder geächtet ist oder auf der anderen Seite der Welt wohnt kommt das einem mittelschweren Kulturschock gleich.
Weihnachten feiern hiess bis jetzt für mich: zu dritt am Tisch sitzen, eine übersichtliche Zahl an Geschenken auspacken, einen Happen essen, bisschen quatschen und dann gegen 22 Uhr ins AKZ fahren um mit den Freunden feiern. Letztes Jahr war dann auf einmal alles anders: zu acht am Tisch sitzen, erst ein opulentes Mahl verspeisen, dann 3 Stunden (!!!) lang reihum diverse Geschenke und Geschenkchen auspacken und irgendwann völlig geschafft gegen 1 Uhr nachts im AKZ auftauchen. Schön. Ist mal was anderes. Kann man sich dran gewöhnen. Bestimmt. Seufz.
Wenn man also eine Familie hat und mit dieser guten Kontakt hegt (wie es hier der Fall ist), muss man die diversen Familienmitglieder zu besonderen Festtagen wie z.B. Geburtstagen einladen und natürlich auch angemessen unterhalten und verköstigen. So steht es offenbar in einem dieser ungeschriebenen Gesetze, die dafür sorgen, dass Haussegen grade hängen und zarte Sympathiebande enger geknüpft werden.
Nun, da mein Mann am Mittwoch Jahrestag hatte und während der Woche keiner wirklich Zeit hat, feiert er morgen mit der Verwandtschaft nach. Das ist ja schön und gut, aber auch der Grund dafür, dass in unserer Küche grade 10 Liter Gulaschsuppe in einem Topf mit dem Ausmaß einer Neugeborenen-Badewanne vor sich hinköcheln und ich mich das erste Mal im Leben mit so abgefahrenen Dingen wie der Herstellung einer James-Bond-Torte beschäftige. Natürlich freue ich mich auch ein bisschen auf morgen, und ich hoffe auch, dass es dann jedem schmeckt. Aber eins hab ich schon beschlossen: Mein Geburtstag fällt ab diesem Jahr aus. Ich bleib ab jetzt für immer 30.
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Mittwoch, 3. März 2010 - 21:01
Heute hat mein Mann, also quasi Onkel Joschi, Geburtstag.
(Keine Angst, wir sprechen uns zuhause nicht mit “Onkel” oder “Tante” an.
)
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