Tante Sushi

Von schönen Lippen und hinfälligen Geistlichen


Mittwoch, 14. Juli 2010 - 15:10

Dieses Hausfrauendasein treibt mich noch vollständig in den Wahnsinn die Küche, wenn das so weitergeht. Nach häuslichen Aktivitäten wie Brot backen, Erdbeermarmelade einkochen, Cremetorten herstellen, koreanischen Reiskuchen dämpfen, die perfekte Kräuterbutter zusammenrühren, kiloweise Grillfleisch marinieren und schmackhafte Schnitzel panieren habe ich diesem Blog endlich auch mal eine neue Kategorie spendiert. Ziemlich schnörkellos und selbsterklärend: Küche. Letztendlich ist es sicherlich auch das, was mich im Moment am meisten umtreibt. Also, nicht falsch verstehen, wir machen hier auch noch was anderes außer kochen und essen, aber anscheinend bin ich entweder grade im passenden Alter oder in der Gemütsverfassung für die schrittweise Erkundung kulinarischer Gebiete.

Der homo teutonicus, zu dessen Gattung ich mich irgendwie auch zähle, lebt bekanntlich nicht vom Brot allein und tut gut daran auch mal zu schauen, was denn die Nachbarn so essen (ob jetz direkte reale oder EU- sei mal dahingestellt). Schnitzel und Kartoffelsalat sind auf Dauer geschmacklich ja doch eher unspannend. Vor Jahren habe ich mich in ein türkisches Gericht namens Peynirli Pide verliebt, eine Art Brot aus Hefeteig mit Schafskäse. Auch wenn ich längst weiß, wo es die weltbesten Pide gibt ([werbung]Mr. Topkapi in Recklinghausen[/werbung]) und mein Bedarf an dieser Speise daher leicht sicherzustellen ist, juckt es mich doch in den Fingern auch mal selber ein Pide zu backen. Auf der Suche nach einem vernünftigen Rezept stieß ich allerdings auf andere tolle Gerichte: Der Imam fiel in Ohnmacht, Lippen der schönen Frau und Frauenschenkel-Frikadellen. (Letztere werden übrigens ganz traditionell MIT DEN HÄNDEN zubereitet, auch wenn man anders vermuten könnte.)

Schade, dass deutsche Gerichte nicht so schöne poetische Namen haben. Aber man kann ja selber welche kreiren. Verlorene Eier heissen ab jetzt “Beim nächtlichen Einbruch ins Freibad am Zaun hängengeblieben”. Hat sonst noch jemand Vorschläge?

10 Kommentare zu “Von schönen Lippen und hinfälligen Geistlichen”

  1. [m.]

    “sich selbst wiedergebender geflügelauswurf” für spiegeleier :)

  2. Tante Sushi

    auch nich schlecht, aber ich kann ja nicht nur eier kredenzen. :D

    wie wärs mit “der pfarrer fällt von der kanzel” für einen gepflegten aufgesetzten? :D

  3. Todti

    “alkoholabbauendes festes milcherzeugnis” Leberkäse

  4. Tante Sushi

    uarghs. ich sagte POETISCH und nicht ekelhaft. :D

  5. Todti

    POetisch hat erschreckend viel ähnlichkeit mit pofetisch. dafür sollte man auch mal ein schickeres wort suchen

  6. Tante Sushi

    ohje ohje, wir weichen vom thema ab. :D

  7. roel

    wat is “pofetisch”?

  8. Ø.

    Po-Fetisch. ;)

  9. roel

    ok,duidelijk:)bedankt.

  10. nachwievordenker

    probier die pide bei sivas am oerweg!
    wenn du die nicht da essen willst, sondern mitnehmen schlägt der koch den mr. topkapi.

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