Ok ok, falsche Jahreszeit. Im Moment guckt ja grad mal der Frühling schüchtern um die Ecke, und der ganze Ablauf säen, pflegen, ernten und dann erst danken beginnt wie jedes Jahr von vorne.. Nichtsdestotrotz hebele ich grade ein wenig das Raum-Zeit-Kontinuum aus, indem ich mich als gute interkulturelle Hausfrau versuche. Und zwar bereite ich Seongpyeon zu, einen speziellen koreanischer Reiskuchen, der traditionell zu Chuseok, dem koreanischen Erntedankfest gegessen wird. Das rechts im Bild, was aussieht wie ein riesiges altes Kaugummi ist der mit Roter-Beete-Saft eingefärbte und aus Reismehl hergestellte Teig. Links, in der Dose, befindet sich eine gesüsste Rote-Bohnen-Paste, die ich als Füllung der Reiskuchen benutze (Nein, keine Kidney- sondern wirklich ROTE Bohnen.).
Es gilt dann, aus dem Reismehl-Teig “Behältnisse” für die Füllung zu formen, die Füllung zuplatzieren, und dann den Teig zu verschliessen, ähnlich wie bei Ravioli z.B. Das funktioniert leider nur semigut, nicht zuletzt weil der Teig nicht besonder kooperativ ist. (Sprich: die Viskosität ist nicht konstant, sprich: Nicht-newtonsches Fluid, ach eigentlich: entweder es klebt oder es bröckelt, geschmeidig ist anders.) Wenn man dann erstmal soweit gekommen ist, dass man über das Füllung-in-Teig-prockeln nicht die Nerven verloren hat, werden die Reisküchlein eine halbe Stunde lang gedämpft. 
Eigentlich auf einem mit Kiefernnadeln ausgelegten Dampfaufsatz, aber leider hängen selbst die untersten Äste seit des hausmeisterlichen Radikalrückschnittes auf einer für mich unerreichbaren Höhe. Es geht auch so.
Nach Ende der Gar Dampfzeit werden die fertigen Reisküchlein dann in Sesamöl gewälzt, ansonsten würden sie so ziemlich an allem kleben bleiben, auch am Teller. Und dann: essen und geniessen.
Meine Seongpyon sehen übrigens im Vergleich mit Photos aus der google-Bildersuche nur halb so gut aus, aber das geht schon irgendwie in Ordnung: Ich bin ja auch nur Halbkoreanerin.

Freitag, 19. März 2010 - 17:32
und wo sind nun die schlagsahne und die schokostreusel, die auf jeden ordentlichen kuchen drauf gehören?
Freitag, 19. März 2010 - 17:35
steht das “m” etwa für (deutscher) michel?
millionen koreaner mit laktoseintoleranz haben natürlich nix besseres vor, als sich an erntedank den durchfall ihres lebens zu holen.
Freitag, 19. März 2010 - 17:41
nee, für misanthrop
Freitag, 19. März 2010 - 17:42
na toll, du menschenfeind. wenns nach dir ginge, wär chuseok also nen scheiss-fest.
Samstag, 20. März 2010 - 00:01
Appetit!
Samstag, 20. März 2010 - 13:42
danx!
Mittwoch, 24. März 2010 - 16:23
…würde ich ja machen, bin nur sooo foul..äh..faul.
schalke!
Dienstag, 21. September 2010 - 20:35
[...] ist Chuseok! Wie schon vor einem halben Jahr erwähnt, ist es das koreanische Erntedankfest, zu welchem traditionell Reiskuchen gereicht wird. [...]